Lebensversicherung widerrufen?

So werden Sie Ihre Lebensversicherung los, ohne Verluste zu machen!
Durch Formfehler in Versicherungsverträgen können Lebensversicherungen widerrufen werden
Durch Widerruf bis zu 30% mehr Geld zurück als bei einer Kündigung
Generell sind Lebens- und Rentenversicherungen seit 1991 betroffen, aber besonders gute Chancen bei Vertragsunterzeichnung zwischen 1995 und 2007

Widerruf Ihrer Lebensversicherung 

Es gibt viele Gründe, die einen dazu bewegen eine Lebensversicherung aufzulösen. Akute finanzielle Engpässe oder vielleicht ein kostspieliger Traum, den man sich endlich erfüllen will. Es gibt aber auch einige Faktoren die nichts mit den persönlichen Umständen zu tun haben. Zum Beispiel sinken durch das inzwischen schon lang geltende Niedrigzinsniveau die Rendite und viele Versicherungen haben Schwierigkeiten Ihren Garantiezins einzuhalten. Auch die steuerliche Situation im Bezug auf Kapital-Lebensversicherungen hat sich verschlechtert. Haben Sie Ihre Versicherung vor 2005 abgeschlossen, ist Ihr Ertrag in der Regel steuerfrei. Bei den nach 2005 abgeschlossenen Verträgen fallen allerdings meist Einkommens- oder Abgeltungssteuer an. Ganz allgemein muss man bei Lebensversicherungen auch bedenken, dass die hohen Kosten für Verwaltung, Vertrieb oder Provisionen von ihren Einzahlungen abgehen.

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Viele Versicherungsnehmer entscheiden sich demnach ihre Versicherung zu kündigen und nehmen die hohen Verluste dabei in Kauf. Bevor Sie das tun, sollten Sie sich aber auch andere, günstigere Optionen ansehen, wie den Widerruf Ihrer Lebensversicherung:

Auf Grund einiger Formfehler, die in rund 60% der seit 1991 abgeschlossenen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen auftreten, besteht die Möglichkeit, die auch schon vor Jahren abgeschlossene Versicherung zu widerrufen. Es handelt sich dabei um irreführende oder unzulängliche Belehrungen in den Verträgen bezüglich der Rücktritts- und Widerspruchsrechte. Wir haben Ihnen hier einige der gängigsten Fehler zusammengestellt:

  • Eine Widerspruchsbelehrung wurde erst gar nicht in den Vertrag mit aufgenommen.
  • Die Widerspruchsbelehrung wurde so im Vertrag platziert und gestaltet, dass sie leicht übersehen werden kann.
  • Früher musste ein Widerrufsschreiben in Schriftform eingereicht werden, nach einer Änderung vom 01.08.2001 muss jedoch explizit auf einen Widerspruch in Textform hingewiesen werden (z.B. per E-Mail). Dieser Hinweis fehlt in vielen Verträgen.
  • Uneindeutige oder fehlerhafte Angabe von Fristen, z.B.: Frist von einem Monat anstatt Frist von 30 Tagen
  • Es genügt das Absenden des Widerrufs innerhalb der Frist. Viele Versicherer haben diese Information nicht geteilt oder sogar angegeben, das Schreiben müsse innerhalb der Frist eingegangen sein.

Es gibt allerdings noch zahlreiche weiter Verfehlungen die einen Widerruf möglich machen und für eine sichere Einschätzung Ihrer Ansprüche sollte ein Anwalt hinzugezogen werden.

Kündigung oder Widerruf?

Wenn Sie Ihre Lebensversicherung kündigen wird Ihnen ein von der Versicherung angebotener Betrag ausgezahlt. Dieser sogenannte Rückkaufswert liegt jedoch in den meisten Fällen weit unter den von Ihnen über die Jahre eingezahlten Beiträgen. Die Versicherung zieht die hohen Abschluss- und Vertriebskosten von Ihrem Vertragsguthaben ab und sie machen enorme Verluste.

Bei einer Rückabwicklung durch Widerspruch werden Ihnen nicht nur alle Ihre Einzahlungen vollständig ausgezahlt, sondern auch noch einen Mehrertrag oben drauf. Einfach ausgedrückt sind das teilweise die Kosten, die Ihnen bei einer Kündigung Ihrer Lebensversicherung abgezogen werden, also z.B. Verwaltungs- und Abschlusskosten. Mit eingerechnet in den Mehrertrag wird auch eine jährliche Zins, der sogenannte Nutzungsersatz. Denn über die Jahre, in denen Sie Beiträge eingezahlt haben, hat der Versicherer mit Ihrem Geld Gewinne gemacht, die er jetzt an Sie zurückzahlen muss.
Einen Abstrich muss man allerdings auch beim Widerspruch machen, nämlich den Betrag der Risikovorsorge (Todes-, Berufsunfähigkeits- oder Unfallkosten). Diesen können die Versicherungen einbehalten.

Wie sie sehen ist die Berechnung des genauen Betrags, den Sie bei einer Kündigung oder einem Widerruf bekommen recht komplex. In dieser Grafik ist eine Beispielrechnung vereinfacht dargestellt.

Durch einen Widerruf Ihrer Lebensversicherung machen Sie also nicht nur keine Verluste, sondern Sie können sogar mehr zurückbekommen, als Sie insgesamt eingezahlt haben. Im Schnitt sind diese Rückzahlungen 30% höher als der Rückkaufswert, den man bei einer Kündigung bekommt.

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Fristen und Voraussetzungen

Besonders gute Chancen haben Sie wenn Ihre Versicherung zwischen Anfang 1995 und Ende 2007 abgeschlossen wurde. In diesem Zeitraum war eine Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes (§ 5a VVG) gültig, die besagte, dass Verträgen, die nicht ausreichend über Widerrufs Voraussetzungen aufklären, bis spätestens ein Jahr nach Einzahlung der ersten Prämie widersprochen werden kann. Am 7. Mai 2014 wurde am Bundesgerichtshof festgestellt, dass diese Regelung gegen EU-Recht verstößt (Az. IV ZR 76/11). Dies führte zu einem zeitlich unbegrenztes Widerrufungsrecht für besagte Verträge.

Generell sind aber Lebens- und Rentenversicherungen seit 1991 betroffen und auch außerhalb des Gültigkeitszeitraums des oben erwähnten Paragraphen sind viele Verträge angreifbar, da die rechtliche Lage bei fehlerhaften Widerrufsbelehrungen nach wie vor weitgehend ungeklärt ist. Allgemein spielt es auch keine Rolle ob es sich um einen schon gekündigten oder noch laufenden Vertrag handelt. 

Übrigens: Bei der Allianz Lebensversicherung wurden wohl in Versicherungsverträgen durchgängig falsche Rückkaufswerte angegeben. In diesem Fall sind vom Dezember 2018 drei Urteile des OLG Stuttgart zu Gunsten der Versicherten bekannt (z.B. Az. 7 U 91/18).

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