Tarifoptimierung in der PKV – Alternativen für Versicherte unter 55 Jahren

Das Thema Tarifoptimierung steht aufgrund kürzlicher Beitragserhöhungen für Privatversicherte momentan hoch im Kurs. Vorallem die Möglichkeit des Tarifwechsel wird dabei viel beworben. Die angepeilte Zielgruppe sind allerdings Versicherte, die mindestens 55 Jahre alt sind. Denn im §204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) ist festgelegt, dass Versicherte ab einem Alter von 60 Jahren im Zuge einer Beitragserhöhung auch über Tarifoptimierungsoptionen informiert werden müssen. Bei manchen Versicherungen erhalten schon Versicherte ab 55 Jahren solche Tarifwechselvorschläge. Aber wo bleiben da die jüngeren Versicherten? Im Folgenden finden Sie zahlreiche Informationen wie Sie ihren Monatsbeitrag optimieren können.

Lohnt sich für Sie ein Tarifwechsel?

Der Tarifwechsel ist die am meisten beworbene Form der Tarifoptimierung. Doch nicht für jeden Versicherten ist das der beste Weg. Sollte Ihr Tarif schon gut auf Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst sein, sollte man diesen nicht einfach verlassen nur weil eine andere Option günstiger wäre. 

In der Regel wird auch von einem Wechsel in eine andere PKV abgeraten. Das liegt aber daran, dass die meisten Plattformen zu diesem Thema auch ältere Langzeitversicherte ausgerichtet ausgerichtet sind, die sich schon eine ansehnliche Altersrückstellung angespart haben. Sollten Sie allerdings noch nicht so lange bei Ihrer aktuellen Versicherung seien, lohnt es sich auch grob zu kalkulieren ob sich der Wechsel des Versicherungsunternehmens rechnen würde. Bevor hier allerdings überstürzte Entscheidungen getroffen werden, ist es ratsam einen Fachkundigen zu rate zu ziehen.

Tarifoptimierung durch Wechsel in die GKV

Auch der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Zuge der Tarifoptimierung wird meist als unmöglich abgestempelt. Und für viele ältere Versicherte stimmt das auch. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber dem Wechsel zurück in die GKV einen Riegel vorgeschoben hat. Denn wenn alle die jahrelang privat versichert waren und somit nicht in die GKV eingezahlt haben, dann im Alter, wo Versicherte teurer werden, zurück wechseln würden, würde das Prinzip der GKV nicht funktionieren. Aber das gilt eben nur für ältere Versicherte, wenn man also vor dem 55. Lebensjahr in die GKV wechseln möchte, ist das durchaus möglich. Aber lohnt sich das für Sie?

Grob kann man sagen, wer damit rechnet im Alter nur eine kleine Rente zu bekommen, der sollte eher in die GKV wechseln. Mit Rente meinen wir hier das gesamte Einkommen in der Rente, nicht nur die gesetzliche Rente. Aus den Daten der Durchschnittsbeiträge der PKV errechnet sich eine Faustregel, die besagt, für Langzeit-Privatversicherte (mindestens seit 25 Jahren für Altersrückstellung) mit einem Einkommen über 2500 EUR ist die PKV im Alter günstiger. Grundsätzlich gilt also: bei niedrigem Einkommen ist die GKV ratsam, bei hohem die PKV.

Weitere Methoden der Tarifoptimierung

Neben dem Tarifwechsel und dem Wechsel in die GKV gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten der Tarifoptimierung. Die wichtigsten haben wir hier in Stichpunkten zusammengetragen:

  • PKV-Risikozuschlag: ist die dafür ausschlaggebende Erkrankung völlig ausgeheilt und behandlungs- und beschwerdefrei, so kann man die Reduzierung oder Streichung des Zuschlags beantragen.
  • Arbeitgeberzuschuss: Der maximale Arbeitgeberzuschuss verändert sich laufend. Gehen Sie sicher, dass Sie ihn völlig ausschöpfen.
  • Verdienstausfall: Bei der Kalkulation der Verdienstausfallversicherung müssen einige Dinge berücksichtigt werden, wie der Fortfall des Arbeitgeberzuschusses und die Entrichtung von Rentenversicherungsbeiträgen. Dabei kommt es manchmal zu Rechenfehlern und es lohnt sich, das von einem Experten überprüfen zu lassen.
  • Beitragsentlastung: Eine Beitragsentlastungskomponente macht i.d.R. für Selbstständige keinen Sinn und lohnt sich auch bei Arbeitnehmern nur dann, wenn der Arbeitgeber bis 50% des Beitrags übernimmt.
  • Leistungsumfang: Bei der Gestaltung seiner Krankenversicherung sollte man natürlich auf seine eigen Bedürfnisse achten und sichergehen dass man in den Bereich wo man anfälliger ist, gut geschützt ist. Gleichzeitig sollte man aber auch darauf achten, nicht für überflüssigen Leistungen zu zahlen. Beim Zusammenstellen des Versicherungsschutzes sollte man sich allgemein Zeit nehmen und ggf. einen Experten zu Rate ziehen. 

Eine weitere Möglichkeit für manche Privatversicherte, ist der Widerspruch der Beitragserhöhung. Lesen Sie diesen Artikel und finden Sie heraus, ob das für Sie in Frage kommt. 

Um stets auf dem neuesten Stand rund um verbraucherrechtliche Themen zu bleiben,
abonnieren Sie hier unseren Newsletter!

Menü