Drastische Beitragserhöhungen bei den Privaten Krankenversicherungen und was Sie dagegen tun können

Die neueste Hiobsbotschaft für Privatversicherte kommt von der Debeka. Das Versicherungsunternehmen hat für den 1. Januar 2021 eine drastische Beitragserhöhung angekündigt. Die Beiträge sollen um durchschnittlich 17,6 % steigen.

Jedoch betreffen diese Neuigkeiten nicht nur die Versicherten der Debeka. Als größte private Krankenversicherung (PKV) mit rund 2,5 Mio. Versicherten hat diese Ankündigung große Schlagzeilen gemacht. Die Verbraucherzentrale Hamburg befürchtet, dass sich andere PKVs mit Beitragserhöhungen anschließen könnten.

Aber was kann man als Versicherter tun? Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist oft nicht mehr möglich. Beim Wechsel zu einer anderen PKV verliert man seine Altersrücklagen. Die Antwort darauf und alles weitere Wissenswerte haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

Wie kommt es zu einer Beitragserhöhung?

Die Beitragserhöhungen sind keinesfalls unbegründet. Gerade in der Medizin werden laufend Fortschritte gemacht, was zu einer stetig steigenden Lebenserwartung und höheren Behandlungskosten führt. Dennoch müssen sich die Versicherer an gewisse gesetzliche Grenzwerte halten. Eine Beitragsanpassung ist nur dann rechtens, wenn die Leistungsausgaben der Assekuranzen eine Veränderung von mehr als 5% aufweisen.

Auch bei der Debeka war das nun der Fall. Das Versicherungsunternehmen gab an, dass die Anpassungen aufgrund gestiegener Zahlungen für Medikamente, Ärzte und Krankenhäuser notwendig waren. Das muss natürlich professionell berechnet und überprüft werden, was eine Weile dauert. Während der Zeit der Berechnung wächst die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben und die Beitragserhöhung muss einiges gut machen.

Erschwerend kommt hinzu dass die Debeka wegen den Niedrigzinsen den Rechnungszins auf die Altersrückstellung zu Beginn des Jahres von 3,2 % auf 2,3 % senken musste. Die höheren Beträge sollen dieses Minus nun wettmachen.

Beitragserhöhung entgehen durch Tarifoptimierung

Der Wechsel zu einer anderen Versicherung ist nicht empfehlenswert. Der Wechsel in einen anderen Tarif innerhalb seiner Versicherung hingegen ist für viele Versicherte die Rettung aus dem Finanzrisiko, das Beitragserhöhungen für viele Privatversicherte darstellen.

Jeder Versicherte ist berechtigt in einen anderen Tarif der eigenen Versicherung mit vergleichbaren Leistungen zu wechseln. Natürlich kann man auch in einen Tarif mit weniger Leistungen wechseln. Hier sollte man allerdings aufpassen, dass man vor lauter Sparen nicht seine Gesundheit vergisst.

Allgemein sollte man für einen Tarifwechsel professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, egal ob Versicherungsberater oder Verbraucherschutz. Denn oft ist es für den Versicherten schwer zu erkennen, welcher Tarif nun der günstigste für ihn ist und bei dem er gleichzeitig nicht auf individuell essenzielle Leistungen verzichten muss.
Wenn Sie mehr zum Thema Tarifoptimierungen erfahren wollen, sehen sie sich unseren Ratgeber zum Thema an.

Vorsicht vor dem Standard- und Basistarif

Der Standardtarif kommt für Versicherte in Frage, die mindestens 65 Jahre alt sind. Aber auch für mindestens 55-Jährige, die weniger als die Jahresarbeitsentgeltgrenze der GKV von 56.250 EUR verdienen. Der Standardtarif bietet in etwa die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und auch die Beiträge sind kleiner oder gleich des GKV-Höchstbeitrags (684,38 EUR/Monat, Stand 2020).

Die Möglichkeit, in den Basistarif zu wechseln, steht allen Versicherten über 55 Jahren zu. In Leistung und Beiträgen ist er vergleichbar mit dem Standardtarif. Mit dem Unterschied dass der Basistarifbeitrag auf den GKV-Höchstbeitrag zzgl. den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen (735,94 EUR/Monat, Stand 2020).

Doch sowohl ein Wechsel in den Standard-, als auch in den Basistarif, gilt als absolute Notlösung. Die spärlich Leistungen decken oft mit zunehmendem Alter und abnehmendem Gesundheitszustand die medizinischen Kosten nicht mehr vollständig. Der Versicherte steht dann im Alter vor der nächsten Kostenfalle. Bevor man auf einen dieser Tarife ausweicht, sollte man sich professionell beraten lassen, ob es nicht einen anderen Tarif gibt, der im Budget des Versicherten liegt. 

Eine weitere Möglichkeit für manche Privatversicherte, ist der Widerspruch der Beitragserhöhung. Lesen Sie diesen Artikel und finden Sie heraus, ob das für Sie in Frage kommt. 

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