Vom Diesel-Skandal jetzt zum Benziner-Skandal?

Die Abgasmanipulationen der Automobilhersteller nehmen immer größere Ausmaße an, droht nach dem Diesel-Skandal jetzt auch der Benziner-Skandal? Ein Gutachter hat im Zuge eines Gerichtsprozesses am Landgericht Offenburg eine Abschalteinrichtung zur Abgasmanipulation im Ottomotor eines Audi Q5 entdeckt. VW-interne Dokumente, die dem SWR vorliegen, stützen die Vermutung, dass auch Benziner vom Abgasskandal betroffen sein könnten.

Genau fünf Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals rücken zunehmend die Benzinmotoren in den Fokus von Gerichten, Behörden und Journalisten.

Verwunderlich erscheinen die Aussagen vom Volkswagen-Konzern zu diesem Thema:

Man stehe diesbezüglich bereits seit Längerem mit dem Kraftfahrt-Bundesamt in Dialog. Es laufe aufgrund der Probleme seit Anfang 2017 eine Software-Maßnahme. Warum das Thema nur dem Kraftfahrt-Bundesamt und im Volkswagen-Konzern, nicht aber der breiten Öffentlichkeit bekannt ist, bleibt bislang das Geheimnis der Beteiligten.

Der SWR berichtet von VW-internen Dokumenten, in denen von Abschalteinrichtungen in Benzinmotoren mit dem Automatikgetriebe AL 551 die Rede ist. Das Warmlaufprogramm zur Abgasreinigung werde laut dem internen Schreiben nur in Testsituationen bei einem Lenkwinkeleinschlag von unter 15 Grad aktiviert. Im Straßenbetrieb komme dieses Programm, das für die Einhaltung der Abgasvorschriften sorgt, jedoch „so gut wie nie“ zum Einsatz, heißt es.

Der für das Gerichtsgutachten untersuchte Motortyp VW EA 888 TFSI 2.0, Abgasnorm Euro 6, wurde in weiteren Fahrzeugmodellen eingebaut. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Modelle ebenfalls eine aktive Abschalteinrichtung enthalten. Der Motor ist in folgenden Audi-Modellen zu finden: Audi Q3, Audi Q5, Audi Q7, Audi A1, Audi A3, Audi A4, Audi A5, Audi A6, Audi A7, Audi A8.

Gleichzeitig wurde der Benzinmotor unter dem Namen TSI 2.0 auch in Fahrzeuge der Marken VW, Seat und Skoda eingesetzt.

Auf Grund dieser Vorwürfe wird nun auch über mögliche Benziner-Fahrverbote spekuliert.

Ein Fahrverbot wäre möglich, weil ältere Benziner dieselbe Menge Stickoxide ausstoßen wie Diesel-Fahrzeuge. Grundlage dieser Behauptung sind Daten des Umweltbundesamtes, die belegen, dass Euro-1-Benziner beim Schadstoff-Ausstoß ähnliche Werte aufweisen wie Euro-4-Diesel (rund 665 Milligramm NOx pro Kilometer).

Sollten Sie Besitzer eines Fahrzeuges des genannten Motorentyps sein, kann es sich lohnen, bereits jetzt Ansprüche prüfen zu lassen. Mit Unterstützung der Rechtsschutzversicherung könnten Benziner-Fahrer gemeinsam mit ihrem Anwalt anhand der bislang bekannten Indizien und einem unabhängigen Gutachten versuchen, Volkswagen einen geplanten Betrug auch bei Benziner-PKW nachzuweisen und so die Ansprüche durchzusetzen.

Um herauszufinden, ob auch Sie ein betroffenes Fahrzeug haben – Diesel oder Benziner – nutzen Sie unseren 2-minütigen Online-Check. Wir unterstützen Sie gerne in der weiteren Vorgehensweise, unser Service ist für Sie unverbindlich und kostenlos!

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