Dieselskandal: Alles rund um den VW-Vergleich

Seit dem 20. März 2020 können die, laut VW, rund 262.500 Geschädigten des Dieselskandals auf dem VW-eigene Webportal www.mein-vw-vergleich.de, die Ihnen zustehenden Vergleichszahlungen in Anspruch nehmen. Die Seite erfreut sich offensichtlich großer Beliebtheit, denn laut VW wurde sie in den vergangenen Tagen von 5.000 Nutzer pro Sekunde verwendet, durch die wiederum 15.000 Transaktionen ausgelöst wurden. Aus diesem Grund war die Seite auch für kurze Zeit überlastet, jetzt ist sie aber wieder zugänglich und voll funktionsfähig.

Wie funktioniert das?

Die Zugangsdaten zu der Plattform erhalten die Betroffenen seit dem 20. März per Post. Auf der Website können sie sich dann registrieren und die Fälle werden von der Kanzlei Freshfields im Auftrag von VW geprüft und bearbeitet. Die Anmeldung ist bis zum 20. April 2020 möglich.

Es besteht eine Widerrufsfrist von 14 Tagen nach Vergleichsabschluss, also bis zum 5. Mai 2020. Volkswagen hat versichert, dass alle Zahlungen innerhalb von 12 Wochen nach Ablauf der Widerrufsfrist vorgenommen werden.

Wer ist betroffen?

Laut VW sind nur diejenigen betroffen, die eine Audi, Seat, Skoda oder Volkswagen mit einem EA189 Dieselmotor haben, den sie bis einschließlich 31. Dezember 2015 erworben haben. Außerdem muss zum Zeitpunkt des Erwerbs der Hauptwohnsitz des Käufers in Deutschland gewesen sein. Des Weiteren sind Verbraucher ausgeschlossen, die sich bereits bei der Musterfeststellungsklage eingetragen hatten (und auch eingetragen geblieben sind), die schon Zahlungen für Ihr Fahrzeug entgegengenommen haben (z.B. Urteil oder Vergleich) oder die ihre Ansprüche abgetreten haben.

Wie wird der Vergleichsbetrag berechnet?

Generell beträgt die Vergleichszahlung pro Verbraucher zwischen 1350 und 6257 Euro und wird einmalig ausgezahlt. Bei der Berechnung der Höhe der Entschädigung bezieht sich VW auf zwei Merkmale, nämlich Fahrzeugtyp und Modelljahr. So steigert sich die Summe vom Kleinwagen bis zum SUV und mit dem jeweiligen Modelljahr. Des Weiteren gibt es eine “soziale Komponente”, nach der Verbraucher mit kleineren Modellen oder Gebrauchtwagen relativ mehr Entschädigung bekommen, als die Fahrer teurer Luxus-Modelle.

Insgesamt rechnet VW damit 830 Millionen Euro Entschädigung zu zahlen, die der Konzern auch bereits zurückgestellt hat.

Lohnt sich das?

Bevor Sie den Vergleich voreilig annehmen, sollten Sie sich jedoch genau informieren ob sich der Vergleich für sie auch lohnt, bzw. ob es nicht eine bessere Variante gibt. Der Vorteil des Vergleichs ist, dass das Entschädigungsgeld von VW schon zur Seite gelegt wurde und recht schnell bezahlt werden wird. Das Angebot ist allerdings nicht sonderlich großzügig und viele Betroffene könnten mit einer Einzelklage wohl mehr herausholen.

Übrigens: VW zahlt 190 Euro netto an Beratungskosten, jedoch nur wenn am Ende ein Vergleichsabschluss steht. 

Goldenstein & Partner für längere Vergleichsfrist

Die Zeitraum, in dem sich Betroffene für die Vergleichszahlung registrieren können, beträgt nur wenige Wochen, vom 20. März bis zum 20. April 2020. Viele wollen sich aber vorher informieren und beraten lassen, ob der Vergleich für sie auch wirklich der beste Weg ist. Zwar läuft die Registrierung online, doch nicht alle Geschädigten können beispielsweise Beratungsgespräche übers Telefon oder über Videochats halten. So zwingt der Zeitdruck zahlreiche Betroffene, trotz der Corona-Krise, Anwälte aufzusuchen und sich der Ansteckungsgefahr auszusetzen. Unsere Partnerkanzlei Goldenstein & Partner findet das unverantwortlich und fordert daher eine Verlängerung der Vergleichsfrist, sodass sich jeder ausreichend und sicher beraten lassen und eine informierte Entscheidung treffen kann.

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