Folgen der Klagen gegen Automobilhersteller

Immer wieder werden Vorwürfe laut, Schadensersatz-Klagen gegen die Automobilindustrie würden diese erheblich schädigen – besitzt diese Aussage überhaupt Wahrheitsgehalt?

Seit bekannt werden des Dieselskandals im Jahr 2015 musste Volkswagen, hervorstechend mit den meisten manipulierten Fahrzeugen, einiges an Aufwendungen für die Rücknahme betroffener Fahrzeuge sowie für Schadensersatzansprüche verbuchen. In den USA reagierte VW sehr schnell auf die Vorwürfe und nimmt betroffene Fahrzeuge freiwillig und ohne zutun der Kunden zurück. Zusätzlich werden Entschädigungen von bis zu 10.000$ pro Fahrzeug bezahlt. Insgesamt kostete dies VW mehr als 15 Mrd. Dollar. Dieser Vorgang belastete die Bilanz im Jahr 2015 natürlich stark, dennoch bestand keinerlei substantielle Gefahr für das Fortbestehen des Unternehmens. Bereits in den folgenden Jahren wurden wieder Jahresergebnisse nach Steuern von 5,4 Mrd.€ (2016) 11,5 Mrd.€ (2017) 12,2 Mrd.€ (2018) erzielt.

Schadensersatz wegen Manipulationen ist bereits einkalkuliert

Seitdem hat VW Rückstellungen in Milliardenhöhe gebildet um etwaige zusätzliche zukünftige Ansprüche gegen das Unternehmen abzubilden. Weitere Aufwendungen gehen also nicht als Sondereinflüsse direkt in das Jahresergebnis des Automobilherstellers ein, sondern werden mit den Rückstellungen verbucht. Volkswagen erwartet demnach weitere Schadensersatzansprüche, resultierend daraus, dass Kunden außerhalb der USA und Kanada nicht entschädigt wurden. Im Heimatmarkt von Volkswagen müssen Geschädigte selbst tätig werden um Ihre Ansprüche im Dieselskandal geltend zu machen. Für VW ist dies eine einfache Rechnung, es wird als erheblich günstiger eingestuft, etliche Niederlagen vor Gericht zu akzeptieren und dort Schadensersatz zu bezahlen, als alternativ alle Kunden in Deutschland freiwillig zu entschädigen. Dahinter steckt eiskaltes Kalkül des Unternehmens, denn der Deutsche ist nicht dafür bekannt so schnell und willig zu klagen wie z.B. Amerikanische Bürger. Auch das Deutsche Rechtssystem verlangt, dass Betroffene selbst aktiv werden.

Jetzt aktiv werden und Ansprüche geltend machen

Am Beispiel Volkswagen, bekannt als der Hersteller mit der höchsten Anzahl an manipulierten Fahrzeugen muss also festgehalten werden, dass eine substantielle Schädigung durch absolut gerechtfertigte Klagen auf Schadensersatz nicht zu befürchten ist. Denn die Hersteller haben sich mit bewusst genutzter Schummel-Software Milliarden gespart, die sich Geschädigte jetzt zurückholen müssen!

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