Diesel-Urteil: Wie Zinsanspruch die Nutzungspauschale ausgleicht

Ein aktuelles Diesel-Urteil des LG Nürnberg-Fürth vom 08.05.2019 (Az 9 0 7966/18) schlägt hohe Wellen, denn es ermöglicht Millionen Geschädigten im Gesamtergebnis den gezahlten Kaufpreis vollständig erstattet zu bekommen.

Auch weiterhin ist zu beobachten, dass sich die Rechtsprechung zugunsten der im Dieselskandal geschädigten Fahrzeugbesitzer entwickelt. Deutschlandweit ergehen immer mehr Urteile im Sinne der Kläger. Als aktuell besonders verbraucherfreundlich gilt die Rechtsprechung im kürzlichen Diesel-Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Nahezu ausnahmslos verurteilt man VW rund um den Schummelmotor EA189 zu Schadensersatz.

Infolge dessen muss die VW AG den Kaufpreis gegen Herausgabe des mangelhaften Fahrzeuges erstatten. Wie viele andere Gerichte veranschlagt auch das LG Nürnberg-Fürth den Abzug einer Nutzungspauschale vom Kaufpreis. Dieses Vorgehen steht seit langem in der Kritik, da der Hersteller somit einen Teil der wirtschaftlichen Vorteile aus seinem unrechtmäßigen Handeln zurück erhält. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sehen jedoch einen derartigen Vorteilsausgleich zu Lasten des Geschädigten vor. Was für den Geschädigten zutrifft muss allerdings erst Recht für den Schädiger gelten. Der Hersteller hat also jene Vorteile auszugleichen, die ihm verbleiben würden, wenn er nur den Kaufpreis zurückzuzahlen hätte.

Vorteilsausgleich auch für Geschädigte

In der aktuell vor dem LG Nürnberg-Fürth erstrittenen Entscheidung stimmt das Gericht den Anwälten des Klägers zu, denn der Gesetzgeber hat die Problematik erkannt und verpflichtet auch den Schädiger zum Vorteilsausgleich. Letztendlich hat das Gericht VW somit zur Erstattung des, nach Abzug des Nutzungsersatzes verbleibenden, Kaufpreises verurteilt. Zusätzlich hat das Gericht dem Kläger einen Verzinsungsanspruch i.H.v. 4 Prozent aus dem Nettokaufpreis zugesprochen. Geltend ab Kaufzeitpunkt. Im Endergebnis führt dies für den Kläger zu einer Rückzahlung von rund 98 Prozent des Bruttokaufpreises. Fast 7 Jahre konnte der geschädigte VW Kunde somit nahezu kostenlos das Fahrzeug nutzen.

Verzichten Sie nicht auf Ihren Zinsanspruch!

Hervorzuheben ist die Tatsache, dass ein derartiger Zinsanspruch explizit geltend gemacht werden muss. Nur durch Beantragung kann das Gericht die Zinsen auch zusprechen. Denn diese Ansprüche erreichen schnell mehrere tausend Euro und gleichen damit den Nutzungsersatz oftmals gänzlich aus. Teilweise fällt der Anspruch auf Verzinsung auch höher als der Nutzungsersatz aus und der Geschädigte profitiert am Ende finanziell vom Betrug durch den Automobilhersteller.

Das können Sie tun

Um feststellen zu können, ob Ihr Dieselfahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist, bieten wir Ihnen eine einfache und schnelle Möglichkeit: machen Sie unseren kostenlosen Vorab-Check. Diesen können Sie online erledigen. Wir werden dann für Sie eine unserer Partner-Kanzleien mit der Überprüfung Ihres Falles beauftragen. Dieser Service ist komplett kostenlos. Wenn die Kanzlei Ihre Ansprüche geprüft hat, wird diese sich mit Ihnen in Verbindung setzen, um ein weiteres Vorgehen zu besprechen. Es können Ihnen hierbei keinerlei Kosten entstehen.

Menü